Die Bereitschaft privater Haushalte in Deutschland, ihren Stromversorger zu wechseln steigt und steigt. Die zuletzt angekündigten Strompreis-Erhöhungen tragen dazu bei, diese Tendenz noch zu verstärken.

Politiker der neuen Bundesregierung bringen die Stromkunden in Bewegung: Die deutsche Energiewirtschaft erlebt eine enorme Wechselwelle. Angesichts der angekündigten Strompreis-Erhöhungen zum 01. Januar 2010 hatten u.a. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) die Kunden aufgefordert, sich für günstige und alternative Energieversorger zu entscheiden.

„Wir erleben auf dem Strommarkt eine ganze neue Dynamik“, sagt Robert Mundt, Vorstandsvorsitzender der FlexStrom AG. Durch das gesteigerte Wechselverhalten der Kunden entstehe endlich ein Wettbewerb. „Nur bei mehr Wettbewerb ist gesichert, dass Energie in Deutschland auf Dauer bezahlbar bleibt“, so Mundt. Auch das Stromkunden-Wechselbarometer von YouGovPsychonomics meldet einen historischen Höchststand: Mehr als jeder fünfte Haushalt plant demnach aktuell einen Wechsel des Stromanbieters.

Zu Jahresbeginn haben unter anderem die Versorger Vattenfall, EWE, entega und Energie Baden-Württemberg (EnBW) einen Anstieg ihrer Strompreise angekündigt. Auch zahlreiche Stadtwerke erhöhen den Grundversorgungstarif: u.a. werden die Stromkunden in Leipzig, Tübingen, Erlangen, Duisburg, Bonn, Leverkusen, Kassel, Wolfsburg und Rostock stärker zur Kasse gebeten – wenn sie sich nicht für einen günstigeren Stromtarif entscheiden. Die RWE-Tochter Eprimo erhöht in ihrem Grundversorgungsgebiet den Strompreis bei Langzeitverträgen sogar um rund 10 Prozent. Auch Ökostrom-Anbieter wie Lichtblick, Greenpeace Energy und die Elektrizitätswerke Schönau haben zum Jahreswechsel einen Preisanstieg angekündigt.